JOSEF ERNST KÖPPLINGER Regisseur - Intendant
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Bertolt Brecht - Dreigroschenoper
Regensburg [1993]


...Gegen diese Abstumpfung und Gefühllosigkeit geht Köpplinger an. Bei ihm ist die "Dreigroschenoper" kein harmloses Spektakel, keine pittoreske Räuberpistole.

... Josef Köpplinger achtet dagegen darauf, daß die Haiftschzähne scharf und bissig bleiben. Seine Inszenierung wirkt oft sarkastisch, ja brutal...

... Die elektrisierende Wirkung der Regensburger Aufführung wird vielleicht davon begünstigt, daß die "Dreigroschenoper" unvermittelt wieder den Nerv der Zeit trifft. Die bürgerliche Saturiertheit ist plötzlich gefährdet, soziale Konflikte drohen, die Fassade der Wohlanständigkeit hat durch allerlei Skandale tiefe Risse bekommen.

... Köpplinger leistet sich keine selbstverliebten Eitelkeiten, sondern ihm geht es allein darum die geradezu satirische Doppelbödigkeit der "Dreigroschenoper" spürbar werden zu lassen. Seine Regieleistung verdient allen Respekt. ... Diese vielen kleinen Einzelleistungen sind es, die die Aufführung so homogen und zu einem intensiven Erlebnis machen. Der stürmische Beifall bei der Premiere am Mittwochabend war ganz sicher verdient.

U. Kelber; Mittelbayrische Zeitung
...also kehrte Regisseur Josef Köpplinger, ein radikaler Bursche, wenn es um demonstrative Anklagen geht zur Urform zurück: Zur formlosen Bühne. Schlag nach bei Shakespeare!... Die Figuren stimmmen in ihren scharfen Konturen. Der soziale rote Faden, Hauptanliegen des Texters Bert Brecht, wackelt nicht.

...auch der Herzschlag der Regie formt jede Bewegung, zugleich A Ausdruck einer seltenen Harmonie des Teams...

W. Freitag; Passauer Neue Presse
Köpplinger ist der rechte Mann für solche Unternehmen: Er versteht was vom Brecht/Weillschen "Entertainment " und weiß, wie es hier und heute aussehen könnte. Er hält die schwierige Balance zwischen "prodesse" und "delectare".

Bei ihm kommt die plebejische Vor-Form des Marxismus süffig über die Bühne. Und er hat auch das Gespür für die nötige Ironie, weil man ja Songs und Szenen, die sich ein dutzendmal und mehr in jedermanns/jederfrau Hirn abgelagert haben, nicht jungfräulich-authentiszistisch über die Rampe bringen kann.

... Aber zumindest zieht Köpplinger dem Haifisch nicht sämtliche Zähne oder raspelt sie mit Schunkel-Sentimentalität rund und glatt. Diese "Dreigroschenoper" behält den Biß, den man von einem mehr als sechzig Jahre alten Stück berechtigterweise erwarten kann...

... Diese Köpplingeresche "Dreigroschenoper" ist selbstverständlich 'Entertainment" und wird allein schon durch diesen puren Unterhaltungs-, Schau- und auch Erinnerungs-Wert (die Songs!) "sein" Publikum erreichen!

Aber eben nicht "Entertainment" im luftleeren Raum... sondern auf den "Menschenmärkten" (Brecht). H. Hein;

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