Stadttheater Baden - [1999]
Vor den Kulissen eines ansprechenden Bühnenbildes (Markus Windberger), das einen raschen Umbau garantiert, inszenierte Regisseur Josef Ernst Köpplinger das Erfolgsmusical "My Fair Lady'' von Frederick Loewe, nach dem Text von Bernard Shaws "Pygmalion".
Köpplinger hat den Text neu bearbeitet und erzählt rasant-spritzig und mit treffsicheren Pointen garniert die Story vom Blumenmädchen Eliza und dem Sprachgenie Henry Higgins.
BADENER ZEITUNG

Patricia Nessy,Martin Niedermair
Mehr als vier Jahrzehnte hat dieser immergrüne Evergreen schon auf dem Buckel. Und begeistert dennoch wie am ersten Tag.
Vor allem, wenn dieses herrliche Werk in solcher Qualität dargeboten wird! Regisseur Josef Ernst Köpplinger hüpft vor, wie's geht. Keine Sekunde läßt er Schmierantentum aufkommen, da hat alles Spannung und Kraft, Witz und Elan. Selbst der meist als Blödelrolle mißverstandene Alfred P. Doolittle (Gerhard Ernst) zeigt in dieser Inszenierung Charakter.
Daß Köpplinger zur härteren, direkteren Wiener Textfassung gegriffen hat, ist da nur logisch; in der Gosse geht's halt nicht vornehm zu.
Vier Fünftel der Besetzung hat Köpplinger, der ein grundg'scheites Vorwort zum Programmheft geschrieben hat, mitgebracht. Aber auch aus den Resten der Stamm-Crew holt er Erstaunliches.
NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN

Patricia Nessy,Miguel Herz-Kestranek
Die Inszenierung der Bühnenversion von Friedrich Loewes Musical"My Fair Lady" ist immer eine Art Fleißaufgabe mit der Filmfassung als Hypothek. An ihr kommt man nicht vorbei, am besten scheint's, der gegebenen Marschroute zu folgen und die Abläufe darstellerisch wirkungsvoll und choreographisch exakt anzureichern.
Das tat mit leichter, sicherer Hand Josef Ernst Köpplinger bei der Produktion im Stadttheater Baden, wofür er auch die Texte der werten Familie Doolittle samt Anhang saftig einwienerte. (Ich dachte, das hätte schon Gerhard Bronner besorgt.) Eine Tradition, die der britische Hoffotograf und Designer Cecil Beaton schuf, blieb getreulich gewahrt: Die Damenkostüme der Rennplatzszene sind allesamt raffinierte Kreationen in Schwarz-Weiß.
WIENER ZEITUNG
